Es war genau am Mittwoch,
den 21. März 1877, als in der Ingolstädter Zeitung ein Inserat erschien
mit dem " ... die Jagdpächter und Jagdfreunde hiesiger Stadt und
Umgebung zu einer Besprechung über die Bildung eines Jagdschutzvereins auf
Sonntag, den 25. d. M. nachmittags 2 Uhr im Cafe Rupp zu Ingolstadt ganz
ergebenst eingeladen " wurden. Gezeichnet war diese Einladung
mit ....
Freiherr
v. Fuchs, k. Bezirksamtmann
Doll, rechtsk. Bürgermeister
Johann Högner, Rentier
Königlicher Bezirksamtmann, Freiherr von Fuchs
Daraufhin
wurde der Jagdschutz- und Jägerverein Ingolstadt mit 42 Gründungsmitgliedern
gegründet. Im gleichen Jahr wurden aus allen Regierungsbezirken Bayerns ca. 39
weitere Zweigvereine ins Leben gerufen. Zunächst war unser Verein ein
Zweigverein des "Bayerischen-Haupt-Jagdschutz-Vereins" in Nürnberg.
Über das Vereinsleben aus dieser Zeit ist nur sehr wenig bekannt. Schon
damals erkannten verantwortungsbewusste Jäger, welch hohes Gut Wild, Wald und
Natur darstellen. Aus Liebe zur Natur und Achtung vor dem Wild und zu dessen
Schutz schlossen sie sich zu einem Jagdschutzverein zusammen. Dass die Jagd
um Ingolstadt jedoch von privaten Jägern ausgeübt wurde, ist aus verschiedenen
Inseraten in der Ingolstädter Zeitung ersichtlich. Ein Vereinsleben fand
wahrscheinlich nur sporadisch statt oder der Schriftführer glänzte nicht
gerade durch Protokollfähigkeit. Dabei darf nicht verkannt werden, dass auch
die Zeitumstände mitgespielt haben. Zwei Weltkriege haben Spuren hinterlassen
oder anders gesagt, Spuren ausgelöscht. Obwohl damals Wildereidelikte streng
bestraft wurden, standen diese an der Tagesordnung.
Erst
1883 begann ein neuer Abschnitt: Unter dem Datum vom 16. Oktober teilte der
königliche Forstmeister Friedrich Freiherr von Stengel dem Magistrat der
königlichen Stadt Ingolstadt mit " ... dass sich dahier ein
selbständiger Jagdschutz-Verein gebildet hat ... ".
Dabei ist besonderer Wert auf das Wort "selbständiger" zu legen, da -
wie bereits erwähnt, unser Verein bis dahin ein Zweigverein des Nürnberger
haupt-Jagdschutz-Vereins war.
Matthias Doll, der von 1886 bis 1893 das Amt des 1. Vorstands unseres Vereins innehatte,
wurde im Jahre 1896 wohl zum ersten Ehrenmitglied des Vereins ernannt.
Matthias Doll; 1. Vorstand von 1886 - 1893;
erstes Ehrenmitglied des Vereins

Im Jahr 1910 wurden nicht nur die fünf städtischen Jagdbezirke neu versteigert,
es wurde auch ein neuer Jägerverein gegründet. Mit diesem neuen Verein, der
sich Jägerverein Ingolstadt und Umgebung nannte, wollte man vermutlich ein
Gegengewicht schaffen zu dem von Militärs mehr oder weniger beherrschten
Jagdschutz-Verein.
Schnepfennadel für die erste im Jagdjahr erlegte Schnepfe um 1930
Die
Kriegsjahre des 1. Weltkrieges gingen auch am Jagdschutz- und Jägeerverein
nicht spurlos vorüber. Aus diesen Jahren gibt es keine Mitgliederlisten, auch
über gefallene Mitglieder sind keine Unterlagen vorhanden. Erst im Jahre 1919
wird wieder zu einer Generalversammlung im Gasthof "3 Mohren"
eingeladen. Das Vereinsleben kam nach dem Kriege wieder in Bewegung mit einer
Sonnwendfeier im Demlinger Steinbruch am 7. Juli 1920. Im Jahre 1927 wurde mit
großem Aufwand das 50-jährige Stiftungsfest gefeiert.
Mit
der Wahl des neuen Vorstandes, Herrn Brauereibesitzer Michael Hollweck,
wurden ab 1930 neue Akzente im Verein gesetzt. So fand am 26. Mai auf der
Schießstätte der kgl. Priv. Schützengesellschaft Kösching ein
Frühjahrs-Bock-Schießen statt, bei dem erstmals ein Jagdschützenkönig
ausgeschossen wurde. Auch die Geselligkeit wurde in diesen Jahren gepflegt, so
zum Beispiel eine Faschingsveranstaltung im festlich geschmückten Schäffbräu,
eine Weihnachtsfeier im Wittelsbacherhof und eine Hubertusfeier.

Weihnachtsfeier im Wittelsbacherhof 1930
Mit
der Machtübernahme der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei (NSDAP) im Jahre
1933 begann eine neue Zeit, die auch den Jagdschutz- und Jägerverein Ingolstadt
erfasste. Bei der am 24. April 1935 im Vereinslokal Schäffbräuhaus
einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde aufgrund des
neuen Reichsjagdgesetzes die Auflösung des in Ehren bestandenen Jagdschutz- und
Jägervereins Ingolstadt vollzogen. Ein neuer Ton beherrschte ab jetzt die
Jägerabende. Der Jagdschutz- und Jägerverein war der damaligen Zeit
entsprechenden nun zu einer politischen Vereinigung geworden.
Der
Neubeginn des Jagdschutz- und Jägervereines Ingolstadt erfolgte nach dem 2.
Weltkrieg bei einer am 30. März 1949 in Ingolstadt abgehaltenen
Jägerversammlung. Über diese Versammlung sind aber keine Unterlagen vorhanden.
Um diese Zeit gab es jedoch noch nichts zu "jagen". Für Jäger und
Verein war es eine Zeit der Stille. Am 02. April 1952 wurde das im Krieg
zerstörte Jägerzimmer im Schäffbräuhaus eingeweiht und damit hatten die
Jäger wieder ein "zu Hause".
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| Andreas
Brandhofer 1. Vorstand 1947 - 1949 |
Jakob
Kroher 1. Vorstand 1949 - 1952 |

75 Jahrfeier im Schäffbräukeller 1952
Im
Jahre 1952 wurden auch die ersten Kurse für Jungjäger veranstaltet. Diese
ersten Einnahmen des Vereins aus den Kursen für Jungjäger und die Erlöse aus
verschiedenen Veranstaltungen waren später der Grundstein für die Errichtung
des Tontauben-Schießstandes in Demling. Diese Trap-Schießanlage in Demling
wurde am 22. Juni 1963 offiziell eingeweiht. Das Tontaubenschießen war zu einem
festen Bestandteil des Vereinslebens geworden. Es wurden neben den
Vereinsmeisterschaften Pokalschießen in Demling veranstaltet, aber auch mit der
Schützenmannschaft an Pokalschießen und Vergleichsschießen mit benachbarten
Kreisgruppen teilgenommen.
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Wilhelm
Rott, der den Verein in den schwierigen Nachkriegsjahren von 1952 bis 1970 oft
unter persönlichem und finanziellem Einsatz geführt und dem Verein wieder zu
Ansehen und Akzeptanz verholfen hat. |
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Erwin Peetz
1. Vorstand von 1970 -
1976 |
Im Jahre 1975
wurde der Skeet-Stand mit Beteiligung der Jagdhorn-Bläsergruppe, die zu dieser
Zeit bereits beachtliche Leistungen bei Jagdhornbläser-Wettbewerben gezeigt
hatte, eingeweiht. Das Tontaubenschießen nahm in diesen Jahren einen
beachtlichen Aufschwung, auch weil Trap und Skeet auf einer Anlage geschossen
werden konnten.
War
die Feier zum 75-jährigen Jubiläum 1952 noch in einem der Zeit entsprechenden
bescheidenen Rahmen gefeiert worden, so wurde die Feier zum 100-jährigen
Bestehen am 05. November 1977 in einem weitaus größeren Rahmen veranstaltet.
Der damalige 1. Vorsitzende Herbert Eidkum scheute keine Mühen, eine dem Anlass
entsprechende Veranstaltung zu organisieren. Einheimische Trophäen und
Trophäen aus aller Welt wurden gezeigt und die Hubertusmesse von der
Jagdhornbläsergruppe auf Parforce-Hörnern geblasen.
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Herbert
Eidkum
1. Vorstand
1976 - 1978 |
Dr.
Wendelin Schleicher 1. Vorstand 1978 - 1982 |
Nach der
100-Jahrfeier als Höhepunkt des Jahres 1977 wurde am 31. März 1978 bereits
wieder eine für die Jagd in der Region bedeutende Veranstaltung im Festsaal des
Stadttheaters abgehalten, nämlich der "Große Jägertag". Diese
Veranstaltung mit Beteiligung von vielen Vereinen wurde zu einer eindrucksvollen
Demonstration für die Jagd. Festredner war der damalige Präsident des
Landesjagdverbandes Bayern, Dr. Gerhard Frank.
Als im Jahre 1979 das
Schäffbräuhaus abgerissen wurde, nahm man den Ingolstädter Jägern ihr
jahrzehntelanges "zu Hause". Mit ihrem "Jägerzimmer" ging
eine Legende und ein Stück Geschichte des Jagdschutz- und Jägervereins zu
Ende. Neue "Bleibe" war danach für kurze Zeit der Gasthof
"Anker" und das "Schreberhäusl" an der Stauffenbergstraße
bis man bis heute im Fischerheim am Baggersee wieder "sesshaft"
wurde.
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| Friedrich
Spoerer 1. Vorstand
1983 - 2001 |
Peter
Smischek 1. Vorstand
ab 2001 |