Die Jagdhornbläsergruppe des Jagdschutz- und Jägervereins Ingolstadt beteiligte sich am Landesbläserwettbewerb am 20. Juni in Kulmbach.
Sie stellte mit ihrem errungenen 7. Platz von 37 Gruppen aus ganz Bayern unter Beweis, dass sie zu den besten Jagdhornbläsergruppen Bayerns zählt.
Die Jagdhornbläsergruppe der Kreisgruppe Ingolstadt wurde etwa im Jahr 1957
gegründet.
Sie umfasst heute 20 Mitglieder, die ehrenamtlich den Verein bei der Öffentlichkeitsarbeit
unterstützen und den Verein repräsentieren.
Zur Zeit wird hart bei den Nachwuchsbläsern am Einstudieren der Hubertusmesse in ES gearbeitet.
Mit Unterstützung der altgedienten Bläser - allen voran Andreas Binner sen. - wird dies sicherlich gelingen wird, aber der Feinschliff unseres Johannes
Glassl
wird dabei fehlen.
Die
Gründerzeit der Jagdhorn-Bläsergruppe geht etwa in das Jahr 1957 zurück. Bis
zu dieser Zeit wurden auswärtige Bläser engagiert, die gegen Bezahlung
Jagdsignale, aber auch jagdliche Unterhaltungsmusik darboten. Zum 75.
Gründungsfest 1952 wurden vom damaligen 1. Vorsitzenden, Willi Rott, vier
Jagdhornbläser aus München eingeladen. Auch zur Hubertusfeier 1956 in der sog.
"Feldherrnhalle" im Schäffbräuhaus spielten neben dem
Münsterorganisten Hönig weitere 14 Musiker insbesondere jagdliche
Unterhaltungsmusik.
Leonhard Kunz, ein
ehemaliger Berufsjäger aus dem Egerland und selbst begeisterter
Jagdhornbläser, bot ein Übungsblasen für interessierte Jäger an. Als Bläser
"der 1. Stunde" sind neben L. Kunz Erwin Peetz, Josef Wittmann,
Gustl Stillinger und Rudi Oexler zu nennen. Nach dem Tod von Kunz im Jahre 1960
übernahm Josef Wittmann die Leitung und damit die weitere Aus- und Fortbildung
der Jagdhornbläser. Erwin Peetz leitete von November 1961 bis zum Sommer 1963
die Jagdhorn-Bläsergruppe Eichstätt.
Unter Josef
Wittmann wurden weitere Bläser ausgebildet. Neben den bereits Genannten kamen
Herbert Eidkum, Herrmann Wölfl, Herbert Heindl, Fritz Spoerner, Andreas Binner
sen. und Lilo Peskoller hinzu, um nur einige zu nennen.
Am ersten
Wettbewerb, an dem die Jagdhorn-Bläsergruppe teilnahm, wurde gleich "Gold
gemacht". Auch 1974 wiederum in Eichstätt konnten die Jagdhornbläser
"Gold" mit nach Hause nehmen. Geblasen wurden zu dieser Zeit
insbesondere jagdliche Signale, wie sie bei den damals noch häufigen
herbstlichen Treibjagden üblich waren.
Wurde bisher nur
auf dem sog. "Fürst-Pless-Hörnern" geblasen, kam jetzt das
"Parforce-Horn" dazu. Die erste Hubertusmesse wurde 1974 in Bettbrunn
geblasen.
Etwa um 1972
übernahm Johannes Glassl die Leitung der Jagdhorn-Bläsergruppe. Mitglieder des
Vereins wurden zu Bläsern ausgebildet. Höhepunkt aus dieser Zeit waren sich
der der Besuch der "Grünen Woche" in Berlin sowie die Hubertusmesse
und der anschließende Auftritt im Festsaal des Stadttheaters anlässlich der
100-Jahrfeier im Jahr 1977. Mit J. Glassl begann eine neuer Art des
Jagdhornblasens. Musikalität und Tonreinheit waren gefragt. So konnte es auch
nicht ausbleiben, dass etwa im Jahre 1980 aus den Reihen der Jagdhornbläser
eine kleine Blaskapelle gebildet wurde, die erstmals bei der
Jahreshauptversammlung 1981 einige Stücke aufführte. Dass durch das Blasen in
der Blaskapelle sich die persönlichen Leistungen der Bläser verbesserten,
braucht sicher nicht besonders betont zu werden. Besonderer Erwähnung bedarf
jedoch der beispiellose Einsatz des Bläsergruppenleiters J. Glassl. Unter
seiner Leitung entwickelte sich sie Bläsergruppe in zuweilen wechselnder
Besetzung zu einer Gruppe, die von allen Wettbewerben mit "Gold" nach
Hause fuhr. Einer der Höhepunkte war die Teilnahme am Landeswettbewerb in
Landshut 1978, bei dem die Gruppe mit J. Glassl in der Gesamtwertung bayerischer
Vizemeister wurde und in der Gruppe der erstmals gewerteten "Gemischten
Gruppen" (Fürst-Pless- und Parforce-Horn) sogar bayersicher Meister.
In der Summe haben
unsere Bläser bis heute an 11 Landeswettbewerben des Landesjagdverbandes
Bayern, an einem Landeswettbewerb des Landesjagdverbandes Baden-Württemberg, an
einem Bundeswettbewerb, an einem internationalen Wettbewerb sowie an zahlreichen
sonstigen jagdlichen Bläserveranstaltungen teilgenommen. Die Zahl der von den
Bläsern gestalteten Hubertusmessen ist nicht exakt feststellbar, sie dürfte
jedoch weit über 30 liegen.
Ab dem Jahre 1999
wurden von J. Glassl weitere, vorwiegende junge Leute zu Bläsern ausgebildet,
so dass die Bläsergruppe des Jahres 2002 aus 22 Bläsern bestand, alleausnahmslos Jagdscheininhaber und Vereinsmitglieder.
Aus Altersgründen war es der Wunsch von Johannes Glassl, als Hornmeister abgelöst zu werden.
In den Jahren 2003/2004 übernahm Hubert Bruckmeier die Leitung der Bläsergruppe, zunächst kommissarisch und ab der Jahreshauptversammlung 2005 amtlich. Er bemühte sich, sofort wieder junge Jäger für das Jagdhornblasen zu gewinnen und studierte mit acht neuen Interessenten die Jagdsignale ein. Heute sind fünf neue Bläserinnen und Bläser zur Verstärkung der Bläsergruppe hinzugekommen und andere Bläser aus dem bisherigen Bestand
ausgeschieden.
Bild von der Jagdhornbläsergruppe
2003
Die Bläsergruppe Ingolstadt hat derzeit 21 aktive Jagdhornbläser.
Die Jagdhornbläsergruppe hat außer dem wöchentlichen Übungsabend weitere Aufgaben des Vereins zu erfüllen. So hat es sich der Verein zur Tradition gemacht, für seine Mitglieder ab dem 65. Lebensjahr alle 5 Jahre ein Geburtstagsständchen zu blasen. Zu einer traurigen Aufgabe gehört es auch, für verstorbene Mitglieder "Jagd vorbei" und das "Letzte Halali" zu blasen.