Kreisgruppe im Landesjagdverband Bayern e.V.

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Jäger-Info

 

Bericht über die Hubertusfeier am Samstag , den 6.11.2010

Zuerst wurde im vollbesetzten Liebfrauenmünster in Ingolstadt unter Zelebration von Herrn Dekan Oswald zusammen mit unseren Jagdhornbläsern die Hubertusmesse gefeiert. Anschließend konnte im Wirtshaus am Auwaldsee ausgiebig gefeiert und diskutiert werden. Unser Vorsitzender Peter Smischek begrüßte neben zahlreichen Ehrengästen aus Kirche, Politik und Gesellschaft auch viele Vereinsmitglieder . Für die Unterhaltung sorgte die Paunzhauser Stubenmusik. Die Festansprache zur Hubertusfeier hielt Dr.Michael Netter.

 

Zusammenfassung der Festansprache:

Die Jagd unterliegt seit den letzten 20 bis 30 Jahren einem gewaltigen Wandel. Ausgelöst durch die Diskussion um Klimaschutz, Biodiversität und Nachhaltigkeit der Resourcennutzung steht nicht mehr die Jagd als Hobby ,sondern deren Nutz - und Schutzfunktion im Vordergrund. Für die Jäger ist die Jagd kein sinnloses Töten von Wildtieren , sondern ehrenamtliche waidgerechte und verantwortliche Bestandsregulierung von Wildtieren zum Nutzen unserer Bevölkerung. In einer Kulturlandschaft , wo die entsprechenden Feinde des Wildes fehlen , ist die Jagd unerlässlich. Eine erfolgreiche Land-und Forstwirtschaft braucht eine sachgerechte Jagd. Damit besteht sogar eine Pflicht zu Jagen. Auch die Bevölkerung profitiert von einer erfolgreichen Bestandsregulierung . Die Jäger helfen zum Beispiel mit, Wildkrankheiten einzudämmen, Wildunfälle zu reduzieren und vieles mehr. Wildschäden übernehmen sie aus eigener Tasche . Die allgemeine Bestrebung von Seiten der Politik ist allerdings ,die Jagd heute als Dienstleistung zu definieren. Sie soll die moderne professionelle Form von Wildtiermanagement sein. Die Jagd als untergeordneter Bestandteil zur Durchsetzung der waldbauliche Ziele. Dazu braucht man den modernen Jäger , der im Dienste der Waldeigentümer das umzusetzen hat ,was dieser für richtig hält. Die überlieferten Wertvorstellungen, die Jagdethik und die jagdliche Kompetenz der Jäger scheinen nicht mehr gefragt zu sein. Unsere Gegner werfen uns vor , mit unserer Einstellung zur Jagd aus Eigennutz die waldbaulichen Ziele zu behindern. Wir Jäger schießen zu wenig. Angeblich zu hohe Schalenwildbestände gefährden den Umbau des Waldes in einen stabilen Mischwald. Außerdem wird versucht , die Wildfeindlichkeit immer weiter in unserer Gesellschaft zu etablieren ( Bekämpfung des Schwarzwildes mit Hilfe der Bundeswehr etc. )

Die Ursache für diese Vorwürfe an die Jägerschaft ist vor allem in wirtschaftlichen Gründen zu suchen. Wald ist gleichbedeutend mit Kapital. Wenn der Grundsatz „Wald vor Wild“ dagegen gesetzt wird, dann ergibt sich folglich der Grundsatz „Kapital vor Wild“. Die Forst- und Holzwirtschaft ist mit ihren riesigen Umsätzen wirtschafts- und gesellschaftspolitisch eine der wichtigsten Branchen in Bayern. Holz ist der wichtigste nachwachsende Rohstoff und Energieträger in unserem Land. Das Ziel ist, die vorhandene Waldfläche noch viel intensiver zu bewirtschaften.

Deshalb stellen unsere Politiker fest:

Das Wild ist dabei ein wesentlicher Faktor bei der Waldbewirtschaftung. Die Schalenwildbestände haben entscheidenden Einfluß auf die betriebswirtschaftliche Gesamtsituation der forstlichen Betriebe.

Für uns Jäger bedeutet dies aber trotz aller Vorwürfe, mit allen Beteiligten in der Land- und Forstwirtschaft , aber auch in der Öffentlichkeit immer das Gespräch zu suchen. Auch die Strukturen in unseren eigenen Reihen müssen überdacht werden. In unserer jagdlichen Tätigkeit sollte vieleicht auch der Gedanke von mehr Wirtschaftlichkeit Einzug halten. Ein enger Zusammenhalt aller Jäger ist notwendig,um in der Gemeinschaft unseren Gegnern unsere Argumente der Jagd besser zugänglich zu machen.

Die Legende des Heiligen Hubertus ist heute aktueller denn je.

Sie soll uns Jäger mahnen, das Wild ehrfürchtig und maßvoll zu bejagen. Wir haben nicht das Recht , wenig wertvoll erscheinende Wildarten buchstäblich auszurotten. Zugleich will die Legende auch alle Menschen zu einem verantwortungsbewußtem Umgang mit Umwelt und Natur auffordern. Der Grundsatz „Wald vor Wild“ sollte geändert werden in den Grundsatz „Mensch und Wild und Wald“. Der Mensch und nicht das Kapital soll das Ziel jeglichen Handelns sein.

 

 

 

gez. Dr. Michael Netter
2. Vorsitzender

06.11.2010