Hepatitis E bei Wildschweinen:
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat im ersten Quartal 2010 eine Informationsschrift zum Vorkommen von Hepatitis E Viren in deutschen Wildschweinbeständen veröffentlicht.
Diese Viren können eine bislang in Deutschland relativ seltene Form der Leberentzündung, die mit Fieber, Oberbauchschmerzen und Gelbsucht einhergeht, hervorrufen.
Es wird darauf hingewiesen, dass der Verzehr von nicht erhitztem Schwarzwildbret bzw. –Innereien ein erhöhtes Infektionsrisiko mit sich bringen kann. Die relativ weite Verbreitung des Virus in den untersuchten Wildschweinen, ca. 15% der Tiere waren Virusträger, stehen allerdings nur sehr geringen Erkrankungszahlen beim Menschen, 106 Fälle im Jahr 2009, gegenüber. Die Bedeutung des Schwarzwildes als Gefahrenquelle für Infektionen mit Hepatitis E Viren sollte daher nicht allzu hoch angesiedelt werden. Diese Einschätzung wird durch die Tatsache unterstützt, dass ein erheblicher Anteil der Infektionen als Reiseerkrankungen nachweislich in Gefährdungsgebieten in Südasien, Westafrika und Mittelamerika z.B. über verunreinigtes Trinkwasser stattgefunden hat. Weiterführende Untersuchungen zur Klärung der Bedeutung des Schwarzwildes als Erregerreservoir und zu möglichen Infektionswegen wurden von verschiedenen Forschungsgruppen bereits durchgeführt.
Zum Schutz vor einer möglichen Infektion mit Hepatitis E Viren empfehlen wir, auf die hygienischen Bedingungen beim Zerlegen und Zubereiten von Wildschweinen zu achten und Schwarzwildbret vor dem Verzehr immer gut durchzuerhitzen.